
Equal Pension Day7. August 2026
Caritas fordert Maßnahmen gegen Altersarmut von Frauen
Am österreichweiten Equal Pension Day (Sonntag) weist die Caritas erneut auf die deutliche Pensionslücke zwischen Frauen und Männern hin. Bis zu diesem Tag haben Männer statistisch bereits so viel Pension bezogen, wie Frauen erst bis Jahresende erhalten. Das entspricht umgerechnet 144 Tagen weniger Pension pro Jahr.
Caritas-Präsidentin Nora Tödtling-Musenbichler nannte den Unterschied „skandalös“ und ein hohes Armutsrisiko für viele Frauen. „Pension darf keine Armutsfalle sein“, erklärte sie. Frauen, die ein Leben lang gearbeitet und Verantwortung übernommen hätten, dürften im Alter nicht in Armut rutschen. Pensionen müssten existenzsichernd sein.
Laut Caritas liegt die durchschnittliche Frauenpension bei 1.614 Euro monatlich, die der Männer bei 2.664 Euro – eine Lücke von 39,4 Prozent. Mehr als jede vierte alleinlebende Pensionistin (28 Prozent) sei armutsgefährdet. Rund 19.000 alleinlebende Frauen mit Pension lebten in absoluter Armut. Viele müssten trotz langer Erwerbsbiografien auf Sozialberatung oder Lebensmittelausgaben der Caritas zurückgreifen.
Ursachen sieht die Organisation in jahrzehntelangen strukturellen Ungleichheiten: Frauen leisten den Großteil unbezahlter Sorgearbeit (Kinderbetreuung, Pflege Angehöriger). Das führt häufiger zu Teilzeit, Erwerbsunterbrechungen und damit niedrigeren Pensionsansprüchen. Das individuelle Armutsrisiko von Frauen liege etwa dreimal höher als jenes von Männern.
Kritisch kommentiert die Caritas aktuelle budgetäre Maßnahmen, die ihrer Ansicht nach besonders Frauen mit niedrigen Einkommen treffen (u. a. Nicht-Valorisierung von Familienleistungen, höhere Beiträge bei Arbeitslosen- und Krankenversicherung für bestimmte Gruppen sowie niedrigere Pensionsbeiträge bei Notstandshilfe).
Forderungen der Caritas:
gerechtere Verteilung unbezahlter Sorgearbeit
bessere Anrechnung von Kinderbetreuungs- und Pflegezeiten
Ausbau leistbarer Kinderbetreuungs- und Pflegeangebote
Anhebung der Ausgleichszulage
Verbesserungen am Arbeitsmarkt (besonders in frauendominierten Branchen), mehr Lohntransparenz und gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit
„Gleichstellung in Österreich ist auch 2026 noch lange nicht Realität“, so Tödtling-Musenbichler.