SIM-Swapping: Wenn plötzlich die eigene Handynummer in den Händen von Betrügern ist
Bundesweit6. September 2026

SIM-Swapping: Wenn plötzlich die eigene Handynummer in den Händen von Betrügern ist

Kriminelle übernehmen Telefonnummern und können damit Sicherheitscodes für Online-Banking und andere Dienste abfangen. Die Oesterreichische Nationalbank warnt vor der Betrugsmasche. Die eigene Handynummer ist für viele Menschen längst ein wichtiger Schlüssel zur digitalen Identität. Genau das machen sich Kriminelle beim sogenannten SIM-Swapping zunutze. Dabei übernehmen Betrüger die Kontrolle über die Mobilfunknummer ihres Opfers. Anschließend können sie SMS und Anrufe empfangen – und unter Umständen auch Sicherheitscodes abfangen, die für den Zugang zu Online-Konten oder das Online-Banking verwendet werden. So funktioniert SIM-Swapping Zunächst versuchen die Täter, persönliche Informationen über ihr Opfer zu sammeln. Diese können beispielsweise durch Phishing, Datenlecks oder Social Engineering in ihre Hände gelangen. Mit diesen Informationen wenden sie sich an den Mobilfunkanbieter und geben sich als die betroffene Person aus. Ziel ist es, die bestehende SIM-Karte sperren und die Telefonnummer auf eine neue SIM- oder eSIM-Karte übertragen zu lassen. Gelingt das, befindet sich die Telefonnummer anschließend unter der Kontrolle der Betrüger. Die Folge: SMS und Anrufe kommen nicht mehr beim eigentlichen Besitzer der Nummer an, sondern beim Täter. Dazu können auch Einmalpasswörter, TANs oder andere Sicherheitscodes gehören. Die OeNB nennt SIM-Swapping ausdrücklich als Möglichkeit, die starke Kundenauthentifizierung zu umgehen. Plötzlich kein Mobilfunknetz? Das kann ein Warnsignal sein Ein mögliches Anzeichen für einen SIM-Swap ist, wenn das eigene Smartphone plötzlich und ohne erkennbaren Grund keinen Mobilfunkempfang mehr hat. Natürlich kann auch eine technische Störung oder ein Netzausfall dahinterstecken. Kommt der Ausfall jedoch unerwartet und bleibt bestehen, sollte man den Verdacht ernst nehmen. Die österreichische Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, RTR, empfiehlt bei einem Verdacht, unverzüglich den Mobilfunkanbieter zu kontaktieren. Sind bereits andere Dienste betroffen, sollten auch entsprechende Zugänge gesperrt werden. Zudem sollte die Polizei eingeschaltet werden. Betrugsschäden in Österreich steigen Wie groß das Problem rund um digitalen und elektronischen Zahlungsbetrug mittlerweile ist, zeigen aktuelle Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank. 2025 wurden in Österreich rund 351.000 betrügerische Transaktionen registriert. Der dadurch entstandene Schaden lag bei insgesamt 115,4 Millionen Euro – um 17,6 Prozent höher als im Jahr davor. Besonders teuer waren betrügerische Überweisungen: Sie verursachten rund 89,6 Millionen Euro Schaden. Der durchschnittliche Schaden bei einer betrügerischen Überweisung lag bei rund 3.000 Euro. Was Betroffene tun sollten Wer den Verdacht hat, Opfer eines SIM-Swappings geworden zu sein, sollte sofort handeln: Mobilfunkanbieter kontaktieren und die Übernahme der Rufnummer überprüfen lassen. SIM-Karte beziehungsweise eSIM sperren lassen. Bank kontaktieren und Online-Banking beziehungsweise betroffene Zahlungsmittel sperren lassen. Passwörter ändern, insbesondere für E-Mail, Online-Banking und andere wichtige Konten. Verdächtige Nachrichten, E-Mails und Zahlungsbelege sichern und dokumentieren. Polizei verständigen und Anzeige erstatten. Je schneller reagiert wird, desto größer sind die Chancen, weiteren Schaden zu verhindern. Die OeNB empfiehlt bei einem Betrugsverdacht ebenfalls, Bank und gegebenenfalls Mobilfunkanbieter unverzüglich zu kontaktieren und verdächtige Zugänge sperren zu lassen. So können Sie sich schützen Ein wichtiger Schutz besteht darin, die eigene Mobilfunknummer nicht als einzige Sicherheitsmethode für besonders wichtige Konten zu verwenden. Wo möglich, sollten Authenticator-Apps oder Sicherheitsschlüssel anstelle von SMS-Codes eingesetzt werden. Außerdem empfiehlt es sich, beim Mobilfunkanbieter zusätzliche Sicherheitsmerkmale wie eine Kunden-PIN zu verwenden. Und ganz wichtig: Persönliche Zugangsdaten, Passwörter oder TANs niemals an unbekannte Personen weitergeben. AUDIXO ONE Service-Tipp Wenn Ihr Handy plötzlich ohne erkennbaren Grund kein Netz mehr hat, warten Sie nicht ab. Kontaktieren Sie sofort Ihren Mobilfunkanbieter. Wenn gleichzeitig ungewöhnliche Aktivitäten bei Ihrem Bankkonto oder anderen Online-Konten auftreten, lassen Sie diese umgehend sperren und verständigen Sie die Polizei. SIM-Swapping ist keine klassische Handy-Störung – im schlimmsten Fall kann die plötzlich verschwundene Mobilfunkverbindung ein Hinweis darauf sein, dass Kriminelle Ihre Telefonnummer übernommen haben.